Anja schrieb am 1. Dezember 2015

Pangea Festival 2015

Why did we ever stop playing?

Jede Menge Action, Spaß, Sport, Kindsein, Musik und noch viel mehr versprach das diesjährige Pangea Festival in Pütnitz am Saaler Bodden. Unsere Reisebloggerin Anja Knorr war für uns vom 27. bis 30. August 2015 live vor Ort und testete die coolsten Events aus.

Eigentlich mag ich ja gar keine Festivals. Zu laut, zu groß und immer sitzt mir die Angst im Nacken, dass mich die vielen Menschen tot trampeln oder mir zumindest nach einem Tag auf die Nerven gehen würden. Doch als ich von dem kuscheligen Surf-und Musikfestival Pangea in Mecklenburg-Vorpommern hörte, den vielen Funsport-Events, der recht überschaubaren Größe von 5.000 Mann und dem Motto „Never stop playing“ wusste ich instinktiv, dass ich mich dort sofort wohl fühlen würde. Wo sonst auf der Welt darf man ungeniert und nach Herzenslust in Bällebädern und Hüpfburgen springen oder Bobby-Cars fahren ohne dass ein achtjähriger einem erklärt, man sei zu alt für den Spielplatz?

Das Pangea Festival wird von den Rostocker Supremesurfern organisiert, die auch schon das das zuparken Festival in Kägsdorf liebevoll aufgebaut haben. Dazu haben sie das Festival in die vier Grundbausteine Kindsein, Sport, Kultur und Musik eingeteilt, damit für jeden etwas dabei ist. Und da ausprobieren und mitmachen auf dem Festival ausdrücklich erwünscht waren, stürzte ich mich sofort mit Inbrunst ins Kindsein und probierte die schrägsten Dinge aus.

Blubbst du schon?

Pangea Blobbing © TMV happybackpacker

Pangea Blubbing © TMV happybackpacker

Mein absolutes Highlight zuerst, bevor ich platze: Ich bin jetzt Blubberin, und es war Liebe auf den ersten Blick. Die bunte, schwimmende Blubb-Wurst lag verheißungsvoll auf dem Wasser und lockte mich von Anfang. Geduldig reihte ich mich in die Schlange davor ein und beobachtete das Geschehen. Immer wieder sprangen kreischende Jungs und Mädels in den unterschiedlichsten Quieck-Tönen vor meinen Augen von einem rund fünf Meter hohen Turm auf die eine Hälfte des Luftkissens, um den auf der anderen Hälfte liegenden Menschen wie ein Torpedo durch die Luft katapultieren zu lassen. Die Menge tobte und beklatsche jeden einzelnen Mutigen, als hätten sie bei einer Kür Bestnoten zu vergeben.

Als ich an der Reihe war, sprang ich voller Enthusiasmus auf das bunte Luftkissen, nur um im gleichen Moment wieder an der Seite hinunterzugleiten. Glitschig nass türmte sich vor mir ein gigantischer Berg aus aufblasbarer Synthetik auf und erschien unüberwindbar. Ich versuchte mit Händen und Füßen von einem zum anderen Ende des Kissens zu gelangen, doch mehr als ein paar lahme Zentimeter waren nicht drin. Nach zwei weiteren Versuchen hatte ich schließlich den Dreh raus und krabbelte mit meiner Körpermitte in Zeitlupentempo zum vom Bootssteg entfernten Ende. Wacklig, erschöpft und mega aufgeregt wartete ich darauf, dass das Gewicht zweier Mädels mich in die Höhe schießen würde. Plötzlich tat sich etwas, und ich sah die Welt auf den Kopf gedreht.

Ich war am Fliegen und mein Gehirn war wie immer viel zu langsam, um alles zu verarbeiten. Mitten in der Luft realisierte ich, dass ich mich rund zwei Meter über dem Wasser befand und mich im Zeitlupentempo bewegte. Plötzlich meldete sich mein Magen und zeitverzögert schrie ich mir die Seele aus dem Leib. In einer Waschmaschine einen Maschinengang mitzumachen fühlt sich sicherlich ähnlich an; passenderweise nennen die Jungs vom Pangea das Blubbing auch die Astronauten Kurzwäsche.

Der Freiflug war sicherlich nach zwei Sekunden vorbei, doch ich war danach mindestens eine Stunde lang high. Berauscht, entflammt, wie im Rausch und vor allen Dingen den Moment genießend – genauso wie ein Kind und damit voll angekommen im Festival, das das Kindsein feiert.

1. Weitere Kindsein Activities

Arschbomben Contest

Pangea Arschbombencontest © TMV happybackpacker

Pangea Arschbombencontest © TMV happybackpacker

Erinnert ihr euch noch an die Sommerferien, als ihr im Freibad ganze Nachmittage damit verbracht hattet, die schönste Arschbombe zu suchen? Zwanzig Jahre später geht das immer noch voll ab und lässt die Massen abgehen. Zwar beteiligten sich nur Männer im Planschbecken und überließen den Frauen das Applaudieren, aber es sah schon super lustig aus, den breitesten Arsch zu suchen und die gewaltigste Bombe ins Becken platschen zu sehen.

Kindsein Wipe Out Parcours

Pangea Wipeout © TMV happybackpacker

Pangea Wipeout © TMV happybackpacker

Bunt und verheißungsvoll lockte mich der Wipe Out Parcours. Die zahlreichen Hindernisse  rund um fliegende Fäuste, schwingende Pendel, Bobby-Car-Fahren, Riesenwippen, Gummitunnel und Gladiatorengames erinnerten an Kindergeburtstage.

Sumo Ringen

Pangea Sumoringen © TMV happybackpacker

Pangea Sumoringen © TMV happybackpacker

Es war heiß und schwitzig, und ich lag die meiste Zeit eher wie ein umgefallener Maikäfer auf dem Rücken und kam ohne fremde Hilfe nicht mehr auf die Beine. Aber weich gepampert machte es wahnsinnig viel Spaß, mich auf meinen Gegner zu stürzen und ihm herumzurollen. Kindsein und dem Alltagstrott entfliehen.

2. Kultur… Schöne Dinge lauern an jeder Ecke

Bulli Kochkurs

Pangea Bulli Kochen © TMV happybackpacker

Pangea Bulli Kochen © TMV happybackpacker

Ich liebe ja Roadtrips und habe schon viele Monate in Vans verbracht und mich dabei die meiste Zeit von Spaghetti mit Tomatensoße ernährt. Auch während des Festivals habe ich in einem schicken Bulli übernachtet und wieder nur meine übliche Portion Dosenfutter dabei gehabt. Umso mehr freute ich mich mit dem eingefleischten Bulli Fahrer Enno und seiner kleinen Familie ein 3 Gänge Menü auf die Motorhaube zu zaubern. Es wurde geschält, geschnippelt gekocht und am Ende alles aufgegessen. Guten Appetit.

Bulli Goodie Shape Workshop

Pangea Shape your Schlüsselanhänger © TMV happybackpacker

Pangea Shape your Schlüsselanhänger © TMV happybackpacker

Man könnte den Workshop auch als “Shape your own Schlüsselanhäger” bezeichnen. Dort schlief ich mir aus einem kleinen Stück Holz ein cooles Bulli Accessoire: Meinen eigenen Schlüsselanhänger im Surferstyle.

Graffiti Workshop

Pangea Grafitti Workshop © TMV happybackpacker

Pangea Grafitti Workshop © TMV happybackpacker

In dem Workshop lernte ich mit Spraydosen aus einer orangefarbenen Wand ein echtes Kunstwerk zu zaubern. Setting big goals machte ich mich gleich an die Arbeit und wollte das MV-NOW Logo überarbeiten. Einige Striche hier und da, war gar nicht so schwer. Profi Martin gab mir Tipps und das Ergebnis sieht doch gar nicht so schlecht aus oder?

Ukulele Kurs

Pangea Ukulele Workshop © TMV happybackpacker

Pangea Ukulele Workshop © TMV happybackpacker

„Somewhere over the Rainbow“von Israel Kamakawiwo’ole gehört wohl zu jedem entspannten Strandtag dazu. Dabei kommt Aloha-Feeling auf und ganz großes Sehnsuchtsgefühl – nicht zuletzt auch wegen den unverwechselbaren exotischen Ukulele-Klängen. Die kleine Schwester der Gitarre hat eine ganz eigene Klangart und lässt sich innerhalb kurzer Zeit lernen. Genauer gesagt in einer Stunde beim Ukulele Workshop.

3. Sport Schlaraffenland Pangea

Wakeboard Contest

Pangea Skimboarding © TMV happybackpacker

Pangea Skimboarding © TMV happybackpacker

Der 70 x 20 Meter Pool wurde direkt am Haupthangar des Tobepalastes und somit inmitten des Geschehens aufgebaut. Auf der 2.0 Wakeboard-Anlage konnten Anfängern einen super soften Einstieg in den Sport üben und ich war überrascht, wie wenig sich auf die Nase legen. Wenn ich da so an meine ersten Wakeboard-Erfahrungen zurückdenke, an denen ich gefühlte ich hundert Mal beim Start i, Wasser unterging…

Am Samstagabend gab es einen Wakeboard Contest, das mit 5.000 € dotierte Finale des Jever FUN Wake the City. Die Pros flogen durch den Pool, zauberten die unmöglichsten Tricks und spritzen uns Zuschauer regelmäßig nass bis auf die Haut.
Daneben gab es Anlagen für Skateboarder, Skimboarder Jam Sessions und Dirt- und Slopestyler, Longboarder, BMX-Biker. Es gab Kite- und Windsurfkurse, Slackline-Kurse und noch so viel mehr. Um ehrlich zu sein, kam ich mir vor wie ein Kind im Eiscafé vor zu viel Auswahl an Eiscremsorten. Es gab so viel Angebot an Sport, dass ich mich gar nicht entscheiden konnte und am liebsten alles in die Tage eingequetscht hätte.

Supen und SUP Yoga

Pangea SUPen © TMV happybackpacker

Pangea SUPen © TMV happybackpacker

Manchmal, wenn mir der Trubel zu viel wurde und ich einfach nur meine Ruhe wollte, schnappte ich mir abends ein Stand Up Paddle Board, paddelte auf den ruhigen Saaler Bodden hinaus und genoss die Stille. Von weitem beobachtete ich das bunte Festival-Treiben am Strand und lud meine leeren Batterien wieder auf.

Cool war auch der Yoga-Kurs auf dem Wasser. Unter Anleitung einer professionellen Yogi-Braut wurden zu zahlreichen Verrenkungen auf dem wackligen Board angehalten, was mich allerdings lange nicht so sehr entspannte wie ein paar Runden auf dem Board zu drehen.

4. Party

Pangea Party © TMV happybackpacker

Pangea Party © TMV happybackpacker

Nicht zuletzt durfte die Musik auf dem Festival fehlen. Dabei konnte bis zum Morgengrauen auf vier Bühnen abgehottet werden. Direkt am Haupthangar neben der Wakeboard-Anlage befand sich der Tobepalast mit den großen Acts wie Bonaparte & Kid Simius. Electro Mucke gab es auf der 3000Grad Bühne. Derbe Beats von Djs aus drei angesagten deutschen Clubs aus Berlin, Hamburg und Leipzig in der Räuberhöhle und im Zirkus Firlefanz spielten lokale Bands. Ganz nebenbei gab es auf dem ganzen Festivalgelände verteilt immer wieder kleine Partys, Limbo-Tänze und coole Musik.

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