Imposante Momente der Natur

Mecklenburg-Vorpommern – wo Natur zu Hause ist

Wer unberührte Natur entdecken will, ist in Mecklenburg-Vorpommern genau richtig. Drei Nationalparks, drei Biosphärenreservate und sieben Naturparks bewahren eine sagenhafte Tier- und Pflanzenwelt. In Kooperation zwischen dem Netzwerk Naturerlebniszentren und der Kur- und Tourismus GmbH Zingst, Veranstalter des Umweltfotofestivals »horizonte zingst«, entstand diese Fotoausstellung. Die Bilder zeigen die besondere Vielfalt der Natur in Mecklenburg-Vorpommern – ein großartiges Erlebnis zu jeder Jahreszeit.

Ein Drittel des Landes steht unter Naturschutz. Und wer die Natur besser verstehen will, kann in mehr als 30 Erlebniszentren im Nordosten auf Entdeckungstour gehen. Wir haben die Fotografen hinter der Kamera getroffen und sie gefragt, wie sie zu ihren Motiven kamen.

Martin Harms

Pinguine über den Dächern Stralsund im OZEANEUM © TMV/Harms

„Um Pinguine in freier Wildbahn zu erleben, muss man um die halbe Welt reisen. Im OZEANEUM in Stralsund habe ich die Möglichkeit Humboldt-Pinguine ohne weite Anreise zu beobachten. Die Besonderheit hier ist, dass die kleine Gruppe direkt auf der Dachterrasse wohnt. So können die Pinguine auf die wunderschöne Altstadt der Hansestadt Stralsund blicken, was wiederum für uns Fotografen dieses einmalige Motiv bietet – die Pinguine im Abendlicht auf dem Brutfelsen und die historische Altstadt Stralsunds im Hintergrund.“

Mein Tipp

Bei sonnigem Wetter ist die Dachterrasse des OZEANEUMs besonders schön, weil man einen herrlichen Blick über die Altstadt mit ihren Kirchen hat. Außerdem kann man die Humboldt-Pinguine beim Schwimmen unter Wasser beobachten und täglich um 12 Uhr die kommentierte Fütterung der Tiere erleben. Beeindruckend sind zudem die fünfzig Aquarien des OZEANEUMs, speziell der „Offene Atlantik“ mit seinen Fischschwärmen und den Rochen, die durch das Wasser schweben. Im „Helgoland-Tunnel“ schwimmen die Fische über den Köpfen der Besucher und gelegentlich sogar Taucher. Das OZEANEUM ist ein eindrucksvolles Museum, in dem man dazu noch viel lernt.

Timm Allrich

Der Königsstuhl an der Rügener Kreideküste im Nationalpark Jasmund © TMV/Allrich

„Mitte Mai stehen auch die letzten Bäume der Hangwälder im Nationalpark Jasmund in voller Blätterpracht und bilden einen wunderschönen Kontrast zu den im Frühjahr zumeist schneeweißen Kreidefelsen. Was tagsüber bereits imposant wirkt, bekommt im ersten, goldenen Licht des anbrechenden Tages noch einmal einen ganz besonderen Reiz. Das Erwachen des Tages wie an diesem vollkommen windstillen Morgen vom Königsstuhl aus zu erleben, hoch über der Ostsee thronend, ist die vielleicht spektakulärste fotografische Unternehmung, die in unserem mit Naturwundern gespickten Bundesland mit seinen drei Nationalparks überhaupt möglich ist.“

Mein Tipp

Etwa 70 Millionen Jahre alt ist die Kreide der Insel Rügen, die hier weiß und steil aus der Landschaft ragt. Zusammen mit dem Blätterdach der Buchenwälder und dem Blau der Ostsee öffnet sich eine Kulisse, die mit ihrem Farbenspiel und ihren Formen seit Jahrhunderten die Menschen begeistert und zu großen Kunstwerken inspiriert. Gut geschützt im Nationalpark Jasmund wachsen hier die größten Buchenwälder im Ostseeraum. Die UNESCO adelte sie zum Welterbe.

Peter Prast

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft © TMV/Prast

„Wer die Möglichkeit hat Mecklenburg-Vorpommern aus der Vogelperspektive zu betrachten, wird eine grandiose Landschaft entdecken, wie man sie vielleicht selten zu sehen bekommt.

Die Perspektive macht es! Erst aus der Höhe gelingt es, fantastische „Einblicke“ in die Natur der Vorpommerschen Landschaft zwischen der Insel Bock und der Südspitze von Hiddensee zu bekommen. Hier werden Flachwassergebiete und sandige, flache Küstenstrukturen sichtbar, die durch Wind und Wetter stetig verändert werden.

Segler, die die Boddengewässer verlassen oder aus dem Hafen Barhöft auf die offene See hinauswollen, nutzen den Gellenstrom mit ausreichender Wassertiefe, für die Passage an die Westküste von Hiddensee.“

Mein Tipp

Eine Küstenlandschaft in ständiger Bewegung und Lagunen der Ostsee sind die Markenzeichen des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft.

Wind, Wasser und Wellen transportieren Sandfrachten und formen Wattflächen, Sandhaken, Strandwälle und Nehrungen – immer wieder neu. Der Gellen ist der südliche Zipfel der Insel Hiddensee und als Kernzone im Nationalpark streng geschützt. Seltene Dünenpflanzen und Küstenvögel finden hier ungestörte Rückzugsräume.

Thomas Grundner

Ein Seeadler beim Jagen © TMV/Grundner

„Im Herzen der Mecklenburgischen Seenplatte liegt der Müritz-Nationalpark. Mit ihm ist ein besonders wertvoller Ausschnitt der Seenplatte unter strengen Schutz gestellt. Typisch für diese Landschaft sind glitzernde Seen, weite Wälder und Moore. Ganzjährig lassen sich Seeadler beobachten. Ca. 13 Paare dieser imposanten Vögel brüten derzeit im Müritz-Nationalpark. Im Herbst werden die Seen gerne von durchziehenden Reiher- und Kolbenenten sowie Kranichen aufgesucht. Am Rederangsee südöstlich von Waren (Müritz) befindet sich mit 8.000 Tieren einer der größten Binnenrastplätze des Kranichs. Um die 80 Paare brüten im Nationalpark. Erreichen kann man den Rederangsee gut von Schwarzenhof oder Federow. Besonders interessant ist auch der nahe gelegene Warnker See. Übernachten kann man im Nationalparkhotel Kranichrast in Schwarzenhof oder im Gutshaus Federow.“

Mein Tipp

Wälder, Seen und Moore – der Müritz-Nationalpark ist durch diese Elemente geprägt. Wer solch einen Ausblick genießen will, der muss hoch hinaus: Der 55 Meter hohe Käflingsbergturm mit seiner Besucherplattform auf 31 Metern bietet für schwindelfreie Nationalparkbesucher die Chance, sich einen Überblick über die weiten Wälder mit den funkelnden Seen zu machen. Vom Nationalparkdorf Speck im Herzen des Schutzgebietes erreicht man den Aussichtsturm zu Fuß in rund 45 Minuten.

Sven Lamprecht

Der Schaalsee bei Nacht © TMV/Lamprecht

„Dieses helle Band am nächtlichen Sternenhimmel zu betrachten, ist für den Großteil der Menschen ein Luxus, den sie nur selten genießen können. In unseren Städten ist es nachts um ein Vielfaches heller als die Milchstraße jemals leuchten kann. Man muss raus in die Natur, um sie mit eigenen Augen sehen zu können. Und um dieses faszinierende Naturschauspiel fotografieren zu können, sollte es noch einmal viel dunkler sein – man muss Orte weit weg von Städten und Dörfern aufsuchen. Solche Perlen, die einen weiten Horizont frei von Lichtverschmutzung präsentieren, sind heutzutage unglaublich selten geworden. Ich schätze mich sehr glücklich, wenn ich eine solche Stelle finden und noch dazu ein Foto machen kann.“

Mein Tipp

Ein schmaler, von Heckenpflanzen gesäumter Fußweg führt vom ausgeschilderten Parkplatz in Neuenkirchen zu einem Beobachtungsstand in den angrenzenden Wiesen, der den treffenden Namen Kranichkieker trägt. Von hier hat man einen zauberhaften Blick in die abwechslungsreiche Landschaft der Neuenkirchener Niederung. Auf den feuchten Wiesen und in den nahen Kleingewässern gibt es vom Neuntöter bis zum Silberreiher immer etwas zu entdecken. Im Herbst rasten hier gern die Kraniche. Manchmal gehört auch eine Herde von Mutterkühen mit ihren Kälbern zu dem friedlichen Bild.

Felix Gänsicke

Das Müritzeum in Waren (Müritz) © TMV/Gaensicke

„Das Müritzeum ist eines der wichtigsten Naturerlebniszentren in Mecklenburg-Vorpommern. Nicht nur durch das Ausstellungsvolumen und die Architektur des Gebäudes, sondern auch die Lage an sich macht es zu einem ganz besonderen Ort. In meinem Foto habe ich versucht, den Blick über das Müritzeum hinweg auf die Müritz und den dahinterliegenden Müritznationalpark als Einheit wirken zu lassen, um so die Bedeutung und die Einbettung in diese einzigartige Natur hervorzuheben.“

Die Ausstellung mit noch mehr Motiven ist immer in Deutschland unterwegs . Wo sie in welchem Zeitraum zu finden ist, erfahrt ihr immer aktuell auf unserer Naturerlebnisseite. Wer sich im Vorfeld mehr Informationen anschauen möchte, kann durch das Begleitheft zur Fotoausstellung stöbern – #soticktnatur.

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