Hugo schrieb am 14. September 2016

Mit dem Hausboot über die Seenplatte von MV

„Das perfekte Off The Path Micro-Abenteuer!“ – so begeistert nennen es Line und Sebastian vom Blog Off The Path. Die beiden waren auf der Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs und haben das Hausboot-Angebot von Locaboat getestet.

Sebastian hat uns berichtet und langsam sind wir neidisch, dass wir nicht selbst Zeit hatten es auszuprobieren!

 

 

„Wer behauptet eigentlich, dass man für unvergessliche Abenteuer in ferne Länder ziehen muss? Auch in unserer Heimat Deutschland findest du wunderschöne Flecken, die dich raus aus dem Alltag und rein ins Grüne bringen. Richtig cool ist vor allem die Mecklenburgische Seenplatte, denn hier wartet neben genialer Natur auch ein ganz besonderes Abenteuer auf dich: eine Tour mit dem Hausboot!

Ich war nur ein Wochenende mit dem Hausboot unterwegs und hatte eine echt geile Zeit! Neben mir waren auch noch meine Freundin Line, meine Eltern und meine Cousine dabei. Gestartet haben wir unsere Tour in Untergöhren, da sich hier eine der drei Stationen von Locaboat befindet, dem Vermieter der Hausboote. In der Regel sind diese ab 14 Uhr klar schiff und nach deiner Ankunft lernst du in zwei bis drei Stunden die wichtigste Theorie und musst auch gleich das erste Mal mit dem Hausboot raus aufs Wasser fahren. Wenn das alles klappt, bekommst du den Charterboot-Führerschein und darfst dann offiziell allein losschippern.

Den Abend geniessen an Deck vom Hausboot © Sebastian Canaves

Den Abend geniessen an Deck vom Hausboot © Sebastian Canaves

Entweder begibst du dich danach direkt aufs Wasser oder du fährst wie wir zum Einkaufen nach Malchow, um dich für die nächsten Tage einzudecken. Denn das Hausboot kannst du dir wirklich wie ein kleines Haus vorstellen: es gibt eine gut ausgestattete Küche, eine gemütliche Sitzecke mit Esstisch und je nach Größe des Bootes mehrere Schlafkabinen, Toiletten und Duschen. Unsere Spandau hatte zudem ein richtig großes Deck mit mehreren Sitz- und Chillmöglichkeiten. Hier befand sich auch das zweite Steuerrad, wo ich die meiste Zeit verbracht habe!

Unsere erste Tour hat uns zum Jabelscher See gebracht. Vom Hafen in Untergöhren dauert die Fahrt 45 Minuten und bereits nach kurzer Zeit vergisst du deinen Alltag und tauchst in eine ganz andere Welt ab – dieses Schippern hat eben eine ganz besondere Wirkung! Du fährst zunächst über den Fleesensee und dann durch einen kurzen Kanal weiter auf den Jabelscher See, der deutlich ruhiger und auch kleiner als der Fleesensee ist. Das Tolle ist, dass sich hier ein Wisent-Gehege am See befindet neben dem du direkt vor Anker gehen kannst. Mit ein bisschen Glück kannst du also einen Europäische Bison erspähen, während du dir in der Küche des Bootes Abendessen kochst oder dem Sonnenuntergang vom Deck aus zuguckst!

Seeüberqueerung mit Locaboat © Sebastian Canaves

Seeüberqueerung mit Locaboat © Sebastian Canaves

Das leichte Geschunkel in der ersten Nacht ist vielleicht noch etwas ungewohnt, aber ich bin dabei wie ein kleines Baby eingeschlafen. Dafür wurde ich am nächsten Morgen vom Plätschern des Wassers gegen den Buk geweckt, ein ungewohnter aber effektiver Wecker. Vielleicht lag meine Fitness an diesem Morgen aber auch eher daran, dass ich unbedingt wieder losschippern und weiter fahren wollte – Kapitän sein und dieses gemütliche Schippern machen eben süchtig.

Da die Mecklenburger Seenplatte wirklich riesig ist und aus unzähligen Seen und Kanälen besteht, hast du die Qual der Wahl. Wir haben uns dazu entschieden, wieder zurück über den Fleesensee und nach Malchow zu fahren. Hier kannst du dein Hausboot auch parken, um dir die Stadt ein wenig anzuschauen. Am besten fährst du hierfür in den Hafen links vor der Stadt, noch bevor es durch die Brücke geht. Für ein paar Stunden Parken zahlst du 2,50 Euro und kannst dein Boot in dieser Zeit zudem an den Strom anschließen.

Sonnenuntergang auf der Mecklenburgischen Seenplatte © Sebastian Canaves

Sonnenuntergang auf der Mecklenburgischen Seenplatte © Sebastian Canaves

Die Stadt Malchow ist ein wirklich hübsches Städtchen. Schlendre hier einfach ein wenig durch die Straßen oder probier den für die Region so typischen geräucherten Aal. Wenn du es hingegen etwas abenteuerlicher magst und wie Line Erfahrung mit Pferden hast, kannst du einen begleiteten Ausritt beim  Malchower Reiterhof machen.

Von Malchow kannst du dich dann so wie wir mit deinem Hausboot in Richtung Plauer See machen. Zuerst geht es bei dieser Strecke entlang des Petersdorfer Sees, einer Art Kanal, bis du auf das große weite Wasser des Plauer Sees gelangst. Wir haben diesen einfach überquert und sind rüber bis ins Städtchen Plau am See geschippert, wo wir die Spandau direkt im ersten Hafen vor Anker gelegt haben. In Plau am See wartet nämlich ein weiteres Abenteuer auf dich: Stand Up Paddling und Kajaken!

Die Kanäle in Mecklenburg-Vorpommern erkunden © Sebastian Canaves

Die Kanäle in Mecklenburg-Vorpommern erkunden © Sebastian Canaves

Statt im ersten Hafen zu parken und dort 5 Euro zu zahlen, kannst du auch durch Plau am See und durch die Schleusen durchfahren, bis du zum Bootssteg vom KanuTeam Plau am See kommst. Hier kannst du dir neben SUP-Boards auch Kajaks und Kanus ausleihen und mit diesen die Elde entlang paddeln. Wir haben uns für die SUPs entschieden und es sogar geschafft, dabei komplett trocken zu bleiben! Das Coole am Stand Up Paddling ist, dass du dich nicht nur körperlich anstrengen, sondern auch gut konzentrieren musst, um dabei nicht ins Wasser zu fallen. Für mich ist das eine der genialsten Sportarten überhaupt und noch dazu kommst du so richtig nah an die Natur.

Sebastian auf seinem Lieblingsplatz des Hausbootes © Sebastian Canaves

Sebastian auf seinem Lieblingsplatz des Hausbootes © Sebastian Canaves

Nachdem du dich hier körperlich ausgepowert hast, kannst du noch ein wenig durch Plau am See laufen, denn auch dieser Ort bietet ein paar schöne Straßenzüge und lädt zu einem gemütlichen Spaziergang ein. Am Nachmittag kannst du dann noch weiter runter die Elde schippern oder wie wir in den Nordosten des Plauer Sees fahren, wo du beim Plauer Werder gegenüber von Jürgenshof vor Anker gehen und deine zweite Nacht verbringen kannst. Auch hier befindest du dich
wieder an einer richtig ruhigen Ecke und hast das Gefühl, mitten in der Wildnis zu sein. Am Ufer wächst Schilf, dahinter erstreckt sich ein Waldgebiet und Schwäne schwimmen um dein Boot herum. Und wenn du Glück hast, erlebst du noch dazu einen wunderschönen Sonnenuntergang – besser kann ein Tag eigentlich nicht enden!

Luftbild vom Hausboot "Locaboat" © Sebastian Canaves

Luftbild vom Hausboot „Locaboat“ © Sebastian Canaves

Da das Wasser am nächsten Morgen spiegelglatt war, bin ich zum Wachwerden einfach ins eiskalte Nass gesprungen. Und das nicht nur einmal, sondern gleich mehrere Male, weil es so unglaublich geil war. Wenn du deine Hausboot-Tour ebenfalls im Sommer machst und gutes Wetter hast, solltest du also unbedingt deine Badehose einpacken! Das Wasser der Mecklenburgischen Seenplatte ist nämlich sehr sauber und eignet sich perfekt für ein paar Schwimmzüge.

Line am Steuer des Locaboat © Sebastian Canaves

Line am Steuer des Locaboat © Sebastian Canaves

Nach dieser kurzen Erfrischung sind wir auch schon wieder zurück über den Plauer See und den Petersdorfer See, vorbei an Malchow und auf den Fleesensee bis nach Untergöhren gefahren, denn es war an der Zeit, die Spandau wieder in ihren Heimathafen zu bringen. Auch wenn ich gerade einmal nur ein Wochenende mit dem Hausboot unterwegs war, war es für mich die pure Erholung und eins der besten Abenteuer, die ich je in Deutschland erlebt habe. Denn so eine Tour mit dem Hausboot ist wirklich einzigartig und eine unvergessliche Erfahrung: du schipperst los, deine Nase immer im Wind, und um dich herum nichts als Natur und Ruhe. Ob nun nur zu zweit oder gemeinsam mit deinen besten Freunden – eine Tour mit dem Hausboot über die Mecklenburger Seenplatte ist das perfekte Off The Path Micro-Abenteuer! Ich plane jedenfalls schon meine nächste Tour… ;)“

 

Mehr zu den Hausbooten von Locaboat und zu den Standorten in MV erfahrt ihr HIER.

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