Julia schrieb am 8. Mai 2015

„Ich war vor der Show so richtig aufgeregt.“

Auf einen Schnack mit Stefanie Ehrich zur ART en Vogue in der Kunsthalle Rostock

Stefanie Ehrich - Initiatorin der Art en vogue (c) Stefanie Ehrich

Stefanie Ehrich – Initiatorin der ART en Vogue (c) Stefanie Ehrich

Mittlerweile ist auch die 7. Auflage der „ART en Vogue“ passé. Welches Resümee ziehst Du aus der diesjährigen Veranstaltung? Welches Feedback gab es im Nachhinein vom Publikum?

Die 7. ART en Vogue war definitiv die anspruchsvollste Show. Wir haben uns thematisch auf kritische Wege begeben. Die Göttin Gaja, Mutter Erde, war die Leitfigur durch den Abend. In lyrisch, kraftvollen Worten erinnerte sie unsere Gäste an alte Werte. Das war durchaus riskant. Ich war das erste Mal vor der Show so richtig aufgeregt. Von Anfang an steht die ART en Vogue in dem Motto „Kunst trifft Mode“. Bis jetzt war die Kunst nur der nette Rahmen. Mir war klar, dass ich mit der 7. Veranstaltung ein Statement setzten muss. Die Modenschau ist ein absolutes Leidenschaftsprojekt. Die letzten Jahre haben wir gekämpft aus ihr eine anerkannte Show zu machen und uns auf dem kulturellen Markt zu etablieren. Leicht war das nicht. Oft genug war ich kurz davor aufzugeben. Aber mein Herz schrie jämmerlich, wenn der Gedanke zur Aufgabe aufkam. Mit dem Einzug in die Kunsthalle wuchs unser Anspruch die Kunst stärker zu machen und nicht nur schöne Mode zu zeigen. Wir haben es geschafft einen Abend zu kreieren, der überraschte und kurzweilig unterhielt. Wir haben unzählige Mails bekommen von Gästen, die sich für den schönen Abend bedankt haben. Das hat mich unwahrscheinlich gefreut. “ Sie haben mich sprachlos gemacht!“ Marita Respa ist eine treue Besucherin seit 7 Jahren und wer sie kennt, weiß dass es sehr schwer ist sie sprachlos zu machen. Insofern habe ich mein Ziel erreicht. Mein Team und ich sind überglücklich, hochmotiviert weiter zu machen und voller Tatendrang für das nächste Jahr.

Das Thema Mode ist bei der ART en Vogue anscheinend nur ein – wenn auch wichtiger – Part der Show. So wird in der OZ eine Agenturchefin mit den Worten zitiert „[…] Mode ist bei der Show ein bisschen zweitrangig“. Stimmst Du dem zu? Was unterscheidet die „ART en Vogue“ von „normalen“ Modenschauen?

Ich stimme dem voll zu. Ich habe mich riesig über das Kompliment gefreut. Denn wir wollen keine klassische Modenschau sein. Die ART en Vogue ist entstanden weil ich den Frauen Männern zeigen möchte, wieviel Kunst in Mode steckt. Mode ist Kunst. Wolfgang Joop hat dies in seiner Ausstellung in der Kunsthalle Rostock schon grandios verdeutlicht. Wir lassen Kunst jeder Art in die Modenschau einfließen. Je nachdem, wie das Thema des Abends ist. Mir als Friseur ist Mode sehr wichtig. Wir arbeiten jeden Tag für und mit der Mode. Deswegen wird die Mode auch nie in den Hintergrund treten auf der ART en Vogue. Vielmehr geht sie mit der Kunst eine Symbiose ein. Das machst das ganze so spannend und wertvoll.

Model auf der Art en vogue (c) Stefanie Ehrich

Model auf der ART en Vogue (c) Stefanie Ehrich

Die „ART en vogue“ fand in  diesem Jahr unter dem Thema „Wanted“ statt. Im letzten Jahr stand die Modenschau unter dem Stern des „Orient Express“. Woher stammen die Inspirationen für die Themen? Dürfen wir schon erfahren, in welche Richtung die Reise nächstes Jahr geht?

Die Themen entspringen tatsächlich den kreativen Köpfen meines wunderbaren Friseur-Teams. Wir fangen gerade an uns auf das nächste Jahr vorzubereiten. Nun heißt es Trendscout zu machen, Ideen zu sammeln und gemeinsam zu entscheiden. Wir arbeiten knapp 10 Monate an dem Thema. Im August werden die Fotoshootings für das Titelbild und die Flyer schon stattfinden. Da müssen wir uns schon fast beeilen. Ich kann Ihnen schon so viel verraten, dass wir thematisch in Deutschland bleiben werden. Wir sind jetzt so viel um die Welt gereist, dass wir mal die Heimat erkunden wollen.

In den NNN wird berichtet, dass in diesem Jahr auch Auszubildende und Schüler die „ART en Vogue“ mitgestaltet haben. Sprecht Ihr die jungen Talente gezielt an oder kann man sich auch aktiv bei Euch melden, wenn man Interesse hat sich an der Modenschau zu beteiligen? Was muss man mitbringen, um Teil des Teams zu werden? Sollte man aus der Gegend sein?

Meine Auszubildenden werden immer ganz stark mit integriert. Es besteht sogar die Chance, das Titelbild zu machen. In der Beziehung haben alle in meinem Team die gleichen Chancen. Speziell dieses Jahr haben wir mit der Prof. Franz Bunke Schule aus Schwaan zusammengearbeitet. Aufgefallen waren mir die Schüller, weil sie letztes Jahr Mode aus Müll gemacht haben. Da kann ich nur alle Daumen hoch machen. Die Kids waren sofort Feuer und Flamme auf meine Anfrage für die ART en Vogue „Mode“ zu machen. Sie haben das Thema wunderbar aufgegriffen und Steampunkgaderoben geschneidert. Am 29. Mai zeigen die Kids diese Kollektion noch einmal auf der Rostocker Kunstnacht. Ich bin immer offen für kreative Menschen. Wir lassen uns oft inspirieren und wer toll ist, findet immer seinen Platz auf unserer Modenschau. Bis jetzt sind mir die Talente immer in den Schoß gefallen, aber natürlich darf sich jeder bei mir melden, der einen kreativen Beitrag leisten kann. Ich freue mich drauf. Sie haben schon richtig vermutet: Wir bevorzugen regionale Talente. Ich finde es immer wieder spannend, was wir für tolle Künstler in Mecklenburg Vorpommern haben. Das darf gerne gezeigt werden, oder?

Art en vogue in der Kunsthalle Rostock 2015 (c) Stefanie Ehrich

ART en Vogue in der Kunsthalle Rostock (c) Stefanie Ehrich

Wenn Ihr nun genauso neugierig seid wie wir, dann schaut Euch einfach das Video zur Show an:

Und für noch mehr Blicke hinter die Kulissen findet Ihr hier ein Making-of zum Shooting – in dem übrigens auch unser aktuelles Titelbild entstanden ist:

 

Habt ihr euch anstecken lassen von der inspirierenden Stimmung und den tollen Videos? Wollt ihr beim nächsten Mal auch dabei sein, wenn die Models zu toller Musik über den Laufsteg schweben? Dann schaut auf die Facebook-Seite der ART en Vogue und bleibt immer auf dem Laufenden!

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