Julia schrieb am 5. September 2014

„Die Ostsee ist ein anspruchsvolles Revier“

Auf einen Schnack mit Windsurf-Weltmeister Philip Köster

Philip Köster ist der jüngste Wave World Champion in der Geschichte der PWA und gilt als absolutes Ausnahmetalent der Surfszene. Geboren am 05.03.1994 in Las Palmas auf Gran Canaria, lernt Philip schon mit acht Jahren das Windsurfen. Er trainiert täglich stundenlang, als Belohnung ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten und so erhielt Philip mit 12 seine erste Wildcard für den PWA Worldcup in Pozo. Seitdem folgen unzählige Titel als PWA Rookie of the year, Surfer of the Year, Wave Champion DWC, Supreme Big Days Champion und World Champion PWA Wave. Alle News von Philip findet ihr auf seiner Website.

Philip Köster in seinem Element (c) Philip Köster privat

Philip Köster in seinem Element (c) Philip Köster privat

Was siehst du, wenn du aus dem Fenster schaust?

Wenn ich in Vargas, meinem Zuhause, aus dem Fenster schaue, sehe ich in ca. 100 m vor mir den Atlantik. Im Sommer weht es hier ständig mit ungefähr 5-8 Windstärken. Es ist ein unglaublicher Blick und auch, wenn mal kein Wind herrscht, gehe ich zum Wasser zum Schwimmen oder SUP.

Wie schätzt du als Weltmeister und Weltenbummler das Surfen auf der Ostsee ein? Was ist das Besondere?

Die Ostsee ist teilweise ein sehr anspruchsvolles und interessantes Revier, ich kenne die Ostseereviere ja nur mit Hammerbedingungen und Eiseskälte. Die Welle ist nicht immer perfekt, aber es macht viel Spaß, so gefordert zu werden.

Wie hat sich die Surfszene in Deutschland in den vergangenen Jahren entwickelt? Werden hier (globale) Trends gesetzt?

Das deutsche Niveau ist sehr hoch und auf alle Fälle sind sehr viele Topfahrer hier. Globale Trends entstehen überall denke ich und meinen Respekt haben sowieso alle Windsurfer, die auch bei der Kälte rausgehen und die Herbststürme absurfen. Ich denke, das würde ich auch so machen, wenn ich in Deutschland leben würde, aber es zeigt eben auch die totale Freude fürs Windsurfen und das ist extrem sportlich.

Du hast bereits an 3 Bigdays teilgenommen. 2008 in Weissenhaus bei Kiel, 2010 in Neu Mukran auf Rügen und 2011 in Ahrenshoop auf Fischland-Darß-Zingst. Der nächste “Big Day” an der Ostsee steht vor der Tür. Auch dieses Jahr stehst du wieder auf Stand By für die SupremesurfBigDays, dem wohl angesagtesten deutschen Wave Event in Deutschland. Wo und wie wirst du dich auf die SupremesurfBigDays 2013 vorbereiten?

Kalte Badewanne (lacht). Ich kann mich eigentlich nicht richtig vorbereiten, mir machen die Temperaturen immer wieder zu schaffen und es ist toll, dass das Event nach einem Tag vorbei ist. Da kann ich alles geben und auch die heiße Sauna ist super! Da ich ohne Schuhe und Mütze oder Handschuhe fahre, brauche ich diese Breaks auch, um aufzutauen. Bei dem hohen Niveau muss man ja auch richtig kämpfen, um weiter zu kommen, also, mein Adrenalinspiegel hilft auch, die Kälte nicht zu spüren. Ich merke allerdings, wie schnell die Kraft nachlassen kann, ich konnte auf Rügen den Gabelbaum nicht mehr halten vor Kälte in den Fingern. Da sollte ich tatsächlich zwischendurch Energieriegel oder Ähnliches essen.

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