Julia schrieb am 15. Oktober 2014

„Solange mich meine Beine bis zum Peene-Ufer tragen …“

Auf einen Schnack mit Peene-Guide Frank Götz

Frank Götz, Jahrgang 1962, ist nicht nur Natur- und Landschaftsführer, sondern auch begeisterter Netzwerkmanager, Jagdhornbläser, Kanu- und Solarbootsfahrer.

Seit 2004 zeigt er Abenteurern und Naturfreunden die wunderbare Welt des „Amazonas des Nordens“ – der Peene.

Tourguide Frank Götz © A. Enke

Tourguide Frank Götz © A. Enke

In Greifswald geboren bist Du waschechter Pommer jedoch mit familiär-sächsischen Wurzeln und fühlst Dich als pommerscher Europäer. Was gefällt dir an der Gegend?
Das Peenetal als Teil des Oderdeltas gehört zu den schönsten Naturräumen Europas und ist ein touristischer Geheimtipp. Mit ca. 10.000 Jahren sind wir erdgeschichtlich ein sehr junges Gebiet. In der Landschaft kann man die eiszeitliche Entstehung ablesen und in diesem einzigartigen Rückzugsgebiet der Pflanzen- und Tierwelt können sich auch Menschen bestens erholen – auf einer abenteuerliche Entdeckungsreise.

Wo kann man dem Guide Frank Götz begegnen und warum?
Dort wo die Biber zuhause sind, nämlich am, auf und im 100 Kilometer langen Fluss Peene. Hier finden wir selten gewordene Abenteuer mit echter Ruhe, Entspannung und wirklicher Freiheit. Ich bin schon manche Abendstunde Seite an Seite mit dem Biber gepaddelt, habe die Gedanken beim Seeadler-Beobachten auf die Reise geschickt und mich in der absoluten Wildnis gefühlt, wenn dutzende Hirsche in der Brunftzeit mit ihrem Gebrüll das Peenetal erfüllten.

Frank Götz im Kajak bei einer geführten Paddeltour auf der Peene © AFL

Frank Götz im Kajak bei einer geführten Paddeltour auf der Peene © AFL

Was macht die Natur in Vorpommern so besonders?
Die scheinbare Grenzenlosigkeit an der Stelle, wo Deutschland und Polen auf der Landkarte jeweils zu Ende sind. Für die Seeadler auf dem Stettiner Haff hat es nie eine Grenze gegeben und für uns Europäer gibt es sie glücklicherweise auch nicht mehr. Hier gibt es nicht nur die seltenen Tiere an sich sondern davon auch noch ganz viele Exemplare. So zum Beispiel die seidig schimmernden und schneeweißen Silberreiher und das größte Nagetier Europas, den Biber, die wir perfekt mit dem flüsterleisen Solarboot beobachten können.

Auf abendlichen Safaris zu beobachten, ist Europas größtes Nagetier: der Biber © Jan Noack/AFL

Auf abendlichen Safaris zu beobachten, ist Europas größtes Nagetier: der Biber © Jan Noack/AFL

Dein Tipp für Großstädter, die das Besondere suchen und dabei mal „abschalten“ wollen?
Beim Begriff „Abschalten“ fällt mir unsere Floßflotte ein. Leinen los und wie Tom Sawyer fernab von Zeit und Raum übers Wasser gleiten und träumen. Besonders gut geht das natürlich auch mit dem Paddelboot. Da kann man so leise unterwegs sein wie kaum sonst.

Und zum Schluss: Wie lange bleibt uns Frank Götz in MV noch erhalten?
Solange mich meine Beine bis zum Peene-Ufer tragen, ich ein Kanu steuern und im Fluss schwimmen kann …. und danach werden hoffentlich noch viele Generationen die Peene erleben,  wie wir das heute können.

Der "Amazonas des Nordens" - die Peene © AFL

Der „Amazonas des Nordens“ – die Peene © AFL

Und wenn ihr nun auf den Geschmack gekommen seid und den „Amazonas des Nordens“ von seiner urwüchsigen Seite kennenlernen wollt: Touren, Infos, beeindruckende Bilder und Kontakt zu Frank gibt’s bei „Abenteuer Flusslandschaft“.

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