Hugo schrieb am 9. Februar 2018

Hechtangeln vor Rügen

Wir haben unsere Profis losgeschickt und uns die Frage gestellt – Wo fängt man eigentlich die dicksten Fische in MV?
Holger Bente von Doctor-Catch hat es uns verraten wo man die Hechte in Mecklenburg-Vorpommern fängt!

Wieder eines dieser Ziele, die ich schon lange im Auge hatte: Hechtangeln auf Rügen! Als begeisterter Angler war natürlich klar, dass ich mich irgendwann auch einmal mit den brachialen Brackwasserhechten der Boddenlandschaft auf Deutschlands größter Insel anlegen musste.

Das Boot für unsere geführte Angeltour © Holger Bente

Im Mai 2017 war es dann endlich soweit: Zusammen mit Holger Höner von bissclips.tv enterte ich mit dem erfahrenen Angelguide Guido Jubelt sein Boot.

Raus auf den Bodden der Ostsee © Holger Bente

Nach einem schmuddelig-stürmischen Vortag auf der Ostsee, jetzt der Mai von seiner schönsten Seite: ein laues Lüftchen und sonniges Frühlingswetter. Nun gut, kein perfektes Hechtwetter, da der große Raubfisch doch eher an bedeckteren Tagen aktiv ist, aber wenigstens tolles Foto-Wetter!

Unser Angelguide Guido Jubelt © Holger Bente

Richtig nervös wirst Du als Angler bereits im Hafen von Schaprode: Fast überall sieht man Gleichgesinnte mit Ruten, Gerätekisten und Keschern die hier die zahlreich liegenden Angelboote beladen. Kein Wunder: Zählt Rügen doch zu den besten Hechtrevieren Europas! Fast jedes Angelmagazin von Rang und Namen war bereits für Reportagen hier. Selbst Dänen und Schweden machen sich regelmäßig auf, um ins verheißungsvolle Hechtmekka vor der vorpommerschen Küste zu pilgern.

Kaffeepäuschen © Holger Bente

Guido hält in südwestlicher Richtung Kurs auf den Schaproder Bodden. Wetter und Wellen sind derart zahm, dass erstmal Zeit für einen frischen Kaffee ist. Könnte ja noch ein langer Tag werden und wer weiß, ob wir beim Fischen überhaupt Zeit für solche Pausen finden.

Auswerfen des Treibankers © Holger Bente

Direkt an einem ausgedehnten Flachwassergebiet stoppt Guido sein Boot. Der Motor erstummt und es macht sich diese herrliche, verheißungsvolle Ruhe breit, die ich beim Bootsangeln so liebe! Gummifische oder flach laufende Wobbler sind schnell montiert. Während ich noch an meinen Kameraeinstellungen schraube und ein paar Motive auf den Chip banne, hat Guido bereits einen sogenannten Driftsack oder Treibanker über Board gelassen. Dieser fallschirmähnliche Quadratmeter Textil soll die Drift unseres Boots bremsen und uns länger über den verdächtigen Hechtspots halten.

Ruhiges Händchen beim Hechte angeln auf Rügen © Holger Bente

Der Wind hat deutlich aufgefrischt, aber Treibanker sei Dank driften wir langsam über knapp einen Meter flache Bereiche und suchen konzentriert mit unseren Ködern die riesige Wasserfläche ab. Es ist Frühjahr: Während dieser Zeit stehen die Hechte nach ihrem Laichgeschäft noch eine Weile in den seichten Regionen, bis sie sich bei zunehmenden Temperaturen in tiefere Bereiche der Bodden verziehen. Wir müssen sie nur noch finden …

Guido Jubelt mit seinem Hechtfang © Holger Bente

„Biss!“ schallt es aus Guidos Richtung: Seine Rute ist krumm und der erste Boddenhecht des Tages kommt an Bord! Jawoll – so darf’s gerne weitergehen! Ein Wobbler mit Barsch-Dekor war der fängige Verführer.

Die Köder-Auswahl für den Hechtfang © Holger Bente

Nachdem Guido noch zwei weitere Hechte mit diesem gestreiften Kunstköder überlisten kann, scheint klar, dass die Räuber mit dem Entenschnabel-Maul heute wohl Barsch auf dem Menüplan haben. Ein Blick auf Guidos Lieblingsköder für das Flachwasser im Frühjahr offenbart: Barsch-Imitate gehören hier auf jeden Fall in die Box! Aber auch klassische Weißfisch-Imitate oder sogar Hecht-Doppelgänger bringen Fisch – Hechte sind nämlich nicht wählerisch und vergreifen sich auch bei Gelegenheit an ihren Artgenossen.

Drill Hecht mit Holger Höner © Holger Bente

Mitangler Holger Höner schwört weiter auf seine Gummifische, die er verführerisch taumelnd über die Krautfelder zieht. Und plötzlich ist auch seine Rute krumm!

Hecht mit dem Köder Racker Shad gefangen © Holger Bente

Jawoll! Ein herrlicher Boddenhecht konnte am schlammfarbenen Racker Shad nicht vorbeischwimmen.

Auch die Gummifisch Köder eignen sich! © Holger Bente

Frei nach dem Motto „Gib Gummi!“ rappelt’s endlich auch bei mir und ein halbstarker Boddenhecht sorgt dafür, dass ich nicht Schneider bleibe. Wie befürchtet, stehen die Hechte nicht gerade Schlange an diesem etwas zu sonnigen Frühjahrstag. Und doch erschrecken wir uns geradezu, als wir merken, dass 10 Stunden auf dem Wasser mal eben wie im Flug vergangen sind!

Auch die dicken gehen bei uns an den Haken © Holger Bente

Und auch wenn die großen Kaliber an diesem Tag entweder woanders unterwegs oder einfach beißfaul waren: Dieses Revier ist so faszinierend und weitläufig, dass ich hier baldmöglichst wieder die klare Ostseeluft atmen und vielleicht mal die Bekanntschaft der Eltern oder Großeltern dieses herrlichen Hechtes machen möchte.

Wenn Du ebenfalls Lust auf ein Bodden-Abenteuer mit Raubfisch-Rendezvous hast, dann musst Du Dir – wenn Du bereits einen Fischereischein besitzt – vorher noch zusätzlich den Küstenfischereischein besorgen. Du hast keinen Fischereischein? In Mecklenburg-Vorpommern auch kein Problem: In diesem Fall besorgst Du Dir einfach einen sogenannten Touristenfischereischein und anschließend den Küstenfischereischein.

Letzter Tipp: Buche unbedingt einen ortskundigen Guide wie zum Beispiel Guido, damit Du vor lauter Wasserfläche nicht den Überblick verlierst, denn die Hechte sind da – Du musst sie nur finden!

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