Mit dem Hausfloß über die Peene

Ein Urlaub auf dem Hausfloß bietet Abenteuer und Entschleunigung vom Alltag zugleich. Wir haben schon länger davon geträumt, mit einem Floß komplett unabhängig unterwegs zu sein, die Natur in uns aufzusaugen, ein kleines Abenteuer zu erleben und dabei gleichzeitig die Akkus wieder aufzuladen.

Marie und Chris vom Reiseblog WORLDONABUDGET waren auf der Peene in Vorpommern unterwegs und haben ihr Erlebnis für uns niedergeschrieben.

Dass wir mit diesem Wunsch nicht alleine sind, haben uns unzählige Gespräche von Neugierigen vor und nach der Reise gezeigt. Vielleicht liest auch du gerade diesen Artikel, weil du Lust auf ein solches Floßabenteuer hast? Eines kann ich dir vorab bereits verraten: Eine Floßtour in Mecklenburg-Vorpommern lohnt sich total und macht jede Menge Spaß!

Wenn du jetzt noch nicht dabei bist, deine Sachen zu packen, werden meine folgenden Zeilen dich sicherlich überzeugen. Ich werde dir mehr über unser Hausfloß verraten, von unseren Erlebnissen berichten und dir praktische Tipps für einen solchen Trip geben.

Was ist eigentlich ein Hausfloß?

Die Tour kann starten mit dem Floß Driftholt auf der Peene in Mecklenburg-Vorpommern

Die Floß-Tour kann starten auf der Peene © WORLDONABUDGET

Ein Hausfloß ist einfach eine Variante vom Hausboot. Nur kommt es nicht „von der Stange“, wie das bei den meisten Hausbooten der Fall ist, sondern wurde in unserem Fall in liebevoller Handarbeit vom Driftholt Floßverleih gefertigt und besticht mit einer Vielzahl von individuellen Details.

Dass unser Floß etwas ganz Besonderes war, haben wir ziemlich schnell gemerkt, denn wir wurden immer wieder auf unser hölzernes Gefährt angesprochen und fotografiert. Flöße wie die Driftholt III sieht man anscheinend auch auf der Peene nicht alle Tage.

Die Ausstattung unseres Hausfloßes ließ keine Wünsche offen, denn wir mussten während unserer Tour von vier Tagen kein einziges Mal auf festen Boden. Neben einer Küchenzeile mit zwei Kochfeldern, Kühlschrank und Spüle gab es Schlafplätze für bis zu sechs Personen, ein kleines Bad, eine Außendusche und sogar eine gasbetriebene Heizung. Auch praktisch für uns als Fotografie-Junkies war die Möglichkeit, unsere Kamera und Handys aufzuladen.

Innenbereich vom Floß Driftholt Floßverleih auf der Peene in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Innenbereich vom Floß bietet viel Platz & Stauraum © WORLDONABUDGET

Und das Beste daran ist, dass du unser Hausfloß ohne entsprechenden Führerschein fahren darfst. In Mecklenburg-Vorpommern ist es nämlich erlaubt, Boote mit Motoren bis zu einer Leistung von maximal 15 PS auf vielen Gewässern führerscheinfrei zu fahren.

Der Beginn unseres Abenteuers

Los ging es für uns in einer kleinen Stadt namens Demmin mit einer bewegten Geschichte. Die Anreise kannst du ganz bequem mit der Deutschen Bahn gestalten, denn Demmin ist gut an das Eisenbahnnetz angebunden und von Berlin sowie Rostock erreichbar. Solltest du mit dem Auto kommen, gibt es einen Parkplatz direkt an der Marina in Demmin.

Der Blick vom Fahrerstand des Flosses beim fahren über die Peene im Sommer in Mecklenburg-Vorpommern

Am Steuer auf dem Floß entlang der Peene © WORLDONABUDGET

Nach einer kurzen theoretischen Einweisung begann auch schon die Probefahrt auf der Peene. Wer schon einmal selbst mit einem Boot gefahren ist, wird mit Sicherheit bemerkt haben, dass die Lenkung deutlich schwerfälliger als bei einem Auto ist. Wir haben uns aber schnell an das neue Fahrgefühl gewöhnt und das wird dir bestimmt auch so gehen.

Nun haben wir noch zwei Wende- sowie ein Ankermanöver geübt und besprochen, was bei einer Brückendurchfahrt zu beachten ist und dann konnte es eigentlich auch schon losgehen.

Etwas aufgeregt waren wir schon und das Gefühl von Abenteuer beschlich uns. Doch nach ein paar Minuten war die erste Nervosität verflogen und wir fühlten uns wie echte Entdecker.

Sind wir noch in Deutschland?

Leichter Nebel zieht über die Peene am Morgen und das Floß treibt nur so dahin.

Natur pur auf der Peene – dem Amazonas des Nordens © WORLDONABUDGET

Nachdem wir dann noch unseren Verleiher an Land abgesetzt hatten, schipperten wir die Peene in Richtung Anklam entlang. Grundsätzlich kannst du auch die andere Richtung zum Kummerower See nehmen, aber diese Strecke ist deutlich kürzer und daher gibt es weniger zu sehen. Viele Bootsabenteurer befahren dieses Stück aber zum Schluss, wenn noch Zeit vor der Abgabe des Floßes ist.

Schon nach kurzer Zeit auf der Peene haben wir verstanden, wieso die Flusslandschaft auch „Amazonas des Nordens“ genannt wird. Bei der breiten naturbelassenen Peene mit ihrer sattgrünen Vegetation an den Rändern haben wir uns häufiger an den Amazonas in Südamerika erinnert gefühlt. Das dunkle Wasser und die große Artenvielfalt verstärken diesen Effekt noch zusätzlich.

Reinste Natur, die einen denken lässt, man befindet sich am Amazonas - aber es ist die Peene

Wohin man auch schaut, saftige Natur zu allen Seiten © WORLDONABUDGET

Wir mussten uns fast kneifen, um zu realisieren, dass diese atemberaubende Landschaft immer noch in Deutschland liegt und wir uns nicht auf einem anderen Kontinent befinden.

Jetzt wird es ernst mit den Manövern

Die Klappbrücke von Loitz öffnet sich, um mit dem Floß durchzufahren auf der Peene in Mecklenburg-Vorpommern

Die Brücke von Loitz zum Sonnenuntergang © WORLDONABUDGET

Als wir nach guten zwei Stunden Fahrt die Stadt Loitz erblickten, wussten wir, dass unsere neuen Fähigkeiten nun auf die Probe gestellt würden. Denn in Loitz befindet sich eine der beiden Brücken, die du bei einer Floßtour passieren musst, um weiter zu kommen.

Also mussten wir zunächst einen Ort zum Ankern in sicherer Entfernung zur Brücke finden, um die Öffnung der Brücke abzuwarten. Und als hätten wir nie etwas Anderes gemacht, verlief das erste Ankermanöver absolut perfekt und wir waren sogar ein bisschen stolz auf uns.

Die Durchquerung der Brücke läuft dann auch sehr angenehm ab. Sobald sich die Brücke öffnet, lässt du den Motor an und wartest darauf, dass die Ampel auf Grün springt. Erst dann löst du den Anker, achtest darauf, dass niemand von hinten überholt und fährst dann bequem durch die Brücke. Und keine Sorge: Die Brücke wird erst wieder heruntergelassen, wenn alle Boote durch sind.

Einen Platz für die Nacht suchen

Reinste Natur mit dem Blick vom Floß die Peene hoch am Abend.

Entlang der Peene auf der Suche nach einem passenden Ankerplatz © WORLDONABUDGET

Nachdem wir die Brücke durchquert hatten, machten wir uns auf die Suche nach einem Platz für unsere erste Übernachtung auf dem Wasser. Grundsätzlich kannst du an der Schilfkante ankern oder einen der zahlreichen Wasserwanderrastplätze entlang der Peene nutzen. An den Wasserwanderrastplätzen hast du häufig Wasser sowie Strom am Steg und oft stehen auch sanitäre Einrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten zur Verfügung.

Wir entschieden uns, wie auch in den beiden darauffolgenden Nächten, immer für einen Ankerplatz an der Schilfkante und haben die Natur vollkommen in Ruhe genossen. Wichtig ist, dass du niemals ins Schilf hineinfährst, sondern immer nur an der Kante ankerst, damit du weder Tiere noch Vegetation übermäßig beeinträchtigst.

Entspanntes sitzen auf der Floßseite mit Blick in die Natur und die Füße baumeln im Wasser

Entspannt in den Abend und dabei der Natur lauschen© WORLDONABUDGET

Übrigens solltest du unbedingt einen guten Mückenschutz mitbringen, da dich die zahlreichen Mücken sonst für ihr abendliches Festmahl halten. Dafür wirst du aber mit einem traumhaften Sternenhimmel belohnt, da es kaum Lichtverschmutzung um dich herumgibt.

Einmal aufwachen im Paradies

Als Paar stehend auf dem Floß in der Natur an der Peene beim Sonnenaufgang.

Früh morgens im Nebel beim Sonnenaufgang © WORLDONABUDGET

Wenn du morgens zum Sonnenaufgang in dieser reizvollen Gegend erwachst, kannst du erstmal eine Runde schwimmen gehen. Sollte dir das am Morgen noch zu kalt sein, spricht auch nichts dagegen, nach einem gemütlichen Frühstück weiter über die Peene zu schippern, bis du einen guten Platz zum Ankern für eine Pause findest.

Denn neben ein paar Bahnen in der Peene zu ziehen, könntest du dir auch beispielsweise ein Kanu oder Stand-Up-Paddle-Board ausleihen, um die Nebenarme der Peene ausgiebiger zu erkunden. Mit ein bisschen Glück erspähst du dabei vielleicht einen Biber oder sogar einen Fischotter. Und mit den nötigen Berechtigungen kannst du auch die Angelrute auswerfen und dein Glück beim Fangen des Abendessens versuchen.

Du siehst, es gibt jede Menge zu entdecken und zu erleben bei deinem Bootsabenteuer auf dem Amazonas des Nordens! Wir würden jederzeit Runde zwei unseres Floßabenteuers auf der Peene in Angriff nehmen.

Mehr zur Peene und Urlaub auf dem Wasser findet ihr unter Deutschlands Seenland.

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