Hausboot – Faszination und Abenteuer in MV!

Küste oder Binnenland, Strand oder doch lieber Urlaub in den Bergen? Die Auswahl ist groß, doch wohin für ein verlängertes Wochenende ohne 5 Stunden Anfahrt zu haben.
Wie wäre es mit einem Ausflug auf einem Hausboot in die Mecklenburgische Seenplatte? Denn was die kleine Abgeschiedenheit und die Ruhe mit dir auf dem Wasser macht, ist eins der besonderen Dinge, um vom Alltag zu entfliehen und abzuschalten.

Wir berichten dir, was du alles beachten solltest und was dich bei einem Abenteuer auf dem Hausboot erwartet. In Mecklenburg-Vorpommern (MV) braucht ihr nicht mal einen Motorbootführerschein und seid somit recht flexibel, wenn ihr den Charterschein beim Hausbootvermieter erwerbt.

Kurzurlaub auf dem Wasser

Ankern auf dem Zorzensee © TMV/Hugo

Sachen gepackt, Crew eingesammelt aus allen Ecken Norddeutschlands und erster Stop das „Hafendorf Müritz“, in dem Kuhnle-Tours eine große Auswahl an Booten liegen hat. Das Angebot ist breit, aber eins der ca. 75 Hausboote, mit unterschiedlichen Größen von 2 bis 12 Schlafplätzen muss natürlich im Vorfeld gebucht werden. Vor allem ist die Müritz komfortabel in guten zwei Stunden von Hamburg und Berlin zu erreichen.

Oder warum nicht gleich in Berlin starten und dann nach MV schippern? Aber für fast alle Regionen außerhalb von MV benötigt ihr wieder einen Motorbootführerschein. Allerdings gibt es auch Flösse sowie Hausboote mit weniger Leistung und diese dürft ihr dann wieder Führerscheinfrei bis 15 PS fahren.

Nach einer kleinen Einweisung und Übergabe vor Ort, war unser Hausboot mit dem Namen „Zope“ startklar! Solltet ihr keinen Führerschein besitzen, bekommt ihr nach einer ebenfalls theoretischen Einweisung einen vorrübergehenden Charterschein.

Touristenfischerschein und Gewässerkarten © TMV/Hugo

Dieses Mal kam sogar die besondere Herausforderung dazu, dass ein Teil der Crew Angler sind, die bisher noch nicht in der Region angeln waren. Von uns besaßen allerdings nicht alle einen Angelschein und somit konnten wir vor Ort den Touristenfischereischein und eine Gewässerkarte für die gewünschten,  nächsten Tage erhalten.

Die Hausbootausstattung

Das Hausboot Kormoran © TMV/Hugo

Das Hausboot vom Typ „Kormoran“ bietet alles was ihr in einer Ferienwohnung finden könnt. Wir hatten 3 geräumige Schlafkabinen mit Doppelbetten, drei kleine Bäder, eine Küche mit Gasbetrieb, Wohnraum für die Abende und einen Grill für die 100 Fische, die wir fangen wollten.
Das Boot war größer als erwartet und hatte oben drauf noch eine große Sonnenliegefläche mit Außendusche am Heck. An den Abenden wurde es noch etwas kalt, aber dafür ist die Kormoran mit einer Warmwasserheizung gut ausgerüstet. Das war natürlich sehr gut, denn Christoph ist normalerweise der erste, der rumheulte, wenn es kälter wurde.
Bei unserer Ausstattung waren beim „Starterpaket“ ebenfalls Bettwäsche und Handtücher dabei, was die Packerei um einiges erleichterte, vor allem für diejenigen, die eine weitere Anreise hatten.

Gute Stimmung an Board! © TMV/Hugo

Wir können endlich los! Der Plan war, den südlichen Teil der Mecklenburgischen Seenplatte zu erkunden. Dafür hatten wir uns zusätzlich ein Kajak geliehen sowie unsere Stand-Up-Paddle Boards eingepackt.

Müritzarm und Müritzsee

Gar nicht weit entfernt war unser erstes Ziel die kleinen Seen südlich der Müritz zu erkunden. Klein und wenig los, hatten wir auf diesen Seen fast gar keinen Bootsverkehr und konnten von einer Bucht aus mit dem Kajak das Ufer erkunden.

Im Kanu hat man die Ruhe weg … © TMV/Hugo

Auf der Karte hatten wir weitere Parrallel-Seen entdeckt, wie „Im Langen Ort“ oder „Nebel“ See. Laut Seekarten muss das klappen … Ruder rum und Kurs auf den Verbindungskanal! Etwas verwundert sahen wir dabei ein kleines Holzboot mit Vollgas auf uns zurasen mit winkenden Armen. Wir wussten gar nicht, dass es auch hier Seepiraten gibt!
Wir hielten an und warteten auf den Einheimischen. „Ihr nehmt direkten Kurs auf die Sandbank!“
Uns wurde bereits gesagt, dass der Wasserspiegel seit letztem Jahr sehr tief gesunken war , weil es seitdem kaum geregnet hatte. Aber manchmal unterschätzt man einige Dinge. Hilfreich ist in solchen Situationen der Tiefenmesser des Bootes, mit dem ihr laufend den Abstand zum Grund im Blick habt und bemerkt, sobald es flacher wird.

Der Ankerverantwortliche © TMV/Hugo

Wir fuhren weiter Richtung Müritzsee und blieben auch gleich die erste Nacht dort vor Anker liegen. Es ging los, Christoph meckerte schon, dass er keinen Empfang hat, um seine E-Mails zu checken…  tja, den müssen wir wohl noch runterholen, dachten wir uns.

Die erste Nacht war sehr entspannt und wir waren alle nach so viel Frischluft platt. Aber wer lässt sich nicht gern von frischem Kaffeeduft, warmen Brötchen und Rührei am nächsten Morgen wecken?

Mirow und Zotzensee

Von der Müritz nach Mirow bei Lärz © TMV/Hugo

Nach dem Frühstück machten wir uns auf in Richtung Mirow. Heute stand angeln auf dem Plan, um etwas Fisch für das Abendessen zu fangen. Noch im Müritzarm fingen die ersten Fangversuche an und nach drei Stunden ohne Biss kam bei einigen die erste Panik auf, dass wir verhungern werden. Allein dies war Anlass die Seenfischerei in Mirow für ein Fischbrötchen anzupeilen.

Nun kamen wir wohl für uns zur größten Herausforderung auf diesem Törn – die erste Schleuse. Da wir alle schon mal auf einem Boot waren, aber keiner Schleusenerfahrung hatte, waren alle etwas angespannt.

Angekommen an der Schleuse Mirow ging das Tor gerade vor uns auf und es fuhren die Schiffe aus der anderen Richtung raus. Perfekt … dann können wir ja gleich rein! „Die Schleuse macht jetzt Mittagspause!“, schallte es aus Richtung Schleusenturm. „Joa“ dachten wir uns… dann wohl erst einmal Pause.

Warten vor der Schleuse © TMV/Hugo

Wir nutzen die Zeit gleich für eine Dusche mit warmen Wasser am Heck und lehnten uns dann zurück. Torsten war immer noch heiß auf den ersten „Biss“ und warf gleich seine Angel wieder aus.

Schleusen in Mirow © TMV/Hugo

Nach 30 Minuten kam die Durchsage „Bitte einfahren!“, das grüne Licht ging an und wir konnten einfahren. Auf allen Seiten knapp bemessen, aber mit Schrittgeschwindigkeit lief das viel entspannter als gedacht. Die Crew hatte einfach alles im Griff!

Mirow

Aus der Schleuse raus und links haltend erreichten wir Mirow. Zwei Jungs sprangen direkt mit Knast ins Kajak und paddelten zum Fischer für ein Fischbrötchen. Wir konnten grad noch so unsere Wünsche hinterherrufen.

Fischereihof Mirow © TMV/Hugo

Ein Stückchen weiter erschien auf der rechten Seite das 3 Königinnen-Palais mit der Liebesinsel. Auch hier hätte man entspannt anlegen können an einem Gastlieger und die urige Alte Schlossbrauerei besuchen können, aber wir hatten nun bereits unseren Mittagssnack.

Zotzensee und Müritz-Seen-Park

Nach unserem kleinen Snack tuckerten wir zum nächsten See und unser kleiner digitaler Junky Christoph sah langsam ein, dass er sich aufs Sonnendach setzen und entspannen musste. Wir nennen das hier oben in MV „entschleunigen“! 😉

SUP-Tour auf dem Zorzen-See © TMV/Hugo

Nachdem wir eine windstille Bucht gefunden hatten, wurde der Anker geschmissen und mit dem Kajak jede Ecke erkundet, um zumindest einen Fisch zu fangen.
UND DA war der erste Biss, Torsten hatte einen großen Barsch gefangen. Zumindest etwas, aber warum musste ausgerechnet der Großstadtmensch aus Berlin nun einen fangen?

Grillen auf dem Boot ist mit dem „Lotusgrill“ erlaubt © TMV/Hugo

Wir hatten uns in Mirow noch schnell ein bisschen Grillfleisch und Würstchen besorgt und der Grillabend war gerettet. Jeder durfte vom Barsch probieren, aber vom großen Hecht – El Capitan – war nichts zu sehen.
Während wir die Ruhe genossen und genug Zeit hatten die Natur zu betrachten, sahen wir mehrere Adler, Falken und brütende Enten. Tierliebhaber kommen hier auf jeden Fall nicht zu kurz.

Ankern auf dem Müritzsee © TMV/Hugo

Nach der zweiten Nacht war unser Drei-Tages-Trip auch schon zu Ende und wir schlugen am letzten Morgen den Heimweg ein. Auch unser Digitalnomade war endlich runtergekommen und ebenfalls enttäuscht, dass dies schon das Ende eines aufregenden Hausboottrips war.

Buchungstipp: Wenn ihr nicht abhängig von den Ferien seid, solltet ihr in der Vor- oder Nachsaison buchen. In den Zeiträumen habt ihr weniger Verkehr, noch mehr Ruhe und es wird sich etwas in Eurer Geldbörse bemerkbar machen.

Wichtige Infos zu unserer Tour

KUHNLE-TOURS
Hafendorf Müritz
Marinastraße 1, 17248 Rechlin (Müritz)
Telefon: +49 39823 2660
E-Mail: info@kuhnle-tours.de

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