Anja schrieb am 17. Juli 2015

Mein Wochenende auf Rügen

Sonnenuntergang Ummanz © TMV/happybackpacker.de

Sonnenuntergang Ummanz © TMV/happybackpacker.de

Sommer, Sonne, Strand – Viele Jahre konnte ich einen Urlaub an der Ostsee mit diesen drei Worten zusammenfassen. Meine Eltern packten gefühlt unseren gesamten Hausrat in unseren klapprigen Anhänger und füllten das Auto bis unters Dach mit sämtlichen Krimskrams, den wir in den kommenden zwei Ferienwochen beim Zelten an der Ostsee brauchen würden. Die Fahrt fühlte sich ewig an, so als würden wir ein fremdes Land besuchen und anschließend wurde sich nicht mehr viel vom Campingplatz und dem dazugehörigen Strand bewegt. Was sicherlich auch an uns Kindern lag: Wie könnte ein traumhaft weißer Sandstrand mit Sandburgen und Wellenspaß wohl getoppt werden?

Nun gut, jetzt bin ich 25 Jahre älter, mehrmals um die Welt gereist und zwar immer noch ein Beachbum, aber einer, der gerne neue Dinge ausprobiert. Will am Strand Lagerfeuer machen, Land und Leute kennenlernen, auf Festivals feiern, surfen, Fischbrötchen essen  und einfach leben. Als ich letztes Wochenende auf Rügen war, ging es genau darum. Ich war auf einem Pferdehof unterwegs, bin endlich mal Trabi gefahren und war bei einem Outdoor Festival in Bergen ordentlich einen drauf machen.

Pferdehof Viervitz

„Pferde verlangen Persönlichkeit!“ Martina schaute mir tief in die Augen, so als würde sie mich fragen, ob ich denn über eben jene Persönlichkeit verfügen würde. Denn Pferde würden unser Verhalten spiegeln und seien Meister der Frage „Wer bin ich als Mensch“. Etwas eingeschüchtert spielte ich an meiner Kamera herum und hoffte, dass das Pferd nicht sofort merken würde, dass ich null Ahnung vom Reiten hatte und mich schwer damit tue, die Führung zu übernehmen.

Pferdehof Viervitz Rügen © TMV/happybackpacker.de

Pferdehof Viervitz Rügen © TMV/happybackpacker.de

Martina Hermann ist Bewegungstherapeutin und Besitzerin einer der größten Pferde-Schulbetriebe Mecklenburg-Vorpommerns. Das Besondere am Hof ist, dass verschiedene Reitpferde ausprobiert werden können: Vom Streichelpony bis hin zum Turnierpferd.

Martina setzte mich auf ein Pony, dass gemächlich seinen Weg ging und sich anscheinend nicht von meiner Persönlichkeit weiter stören ließ. Es schien ihm vielmehr egal zu sein, ob ich auf ihm saß oder nicht. Was das nun über meinen Charakter aussagte ließ ich lieber dahingestellt, obwohl es mir auf der Zunge brannte, Martina zu fragen, was das Verhalten des Ponys bedeutete. Pferdehof Viervitz

Naturerbezentrum Rügen

Der Baumwipfelpfad im Naturerbezentrum nördlich von Binz beeindruckte mich ganz schön.

Naturerbezentrum Rügen © TMV/ happybackpacker.de

Naturerbezentrum Rügen © TMV/ happybackpacker.de

In rund zwanzig Meter Höhe läuft man auf fast anderthalb Kilometern entlang der Baumkronen und genießt einen einzigartigen Ausblick über Rügen und die Ostsee. Dabei schraubt sich der Weg zunächst über mehrere Etagen spiralförmig in die Höhe auf einen vierzig Meter hohen Turm und umrundet eine dreißig Meter hohe Buche.

eTrabi Safari

Was habe ich mich darauf gefreut, den typischen Gestank eines Trabis wieder zu riechen und mit dem charakteristischen Brummen des liebenswerten Kult-Autos gleichmäßig dahin zu schaukeln. Ich staunte nicht schlecht, dass auf Rügen der knallfarbene Trabi weder die stinkende Abgaswolke hinter sich herzog noch kaum zu hören war. Tatsächlich handelt es sich bei den Rügener Trabis um E-Trabis, die Nostalgiker und Touristen umweltgerecht und pflichtbewusst durch die Gegend fahren.

Trabisafari Rügen © TMV/happybackpacker.de

Trabisafari Rügen © TMV/happybackpacker.de

Ich freute mich wie ein Kind, endlich einmal eines dieser legendären Autos fahren zu dürfen, wurde ich doch das letzte Mal als Kind in einem Trabi chauffiert. Die Handhabung war kinderleicht, fast wie eine Automatik, und das Charmante an der Fahrt über Rügen mit einem orangefarbenen Trabi war der große Wiedererkennungswert. Fremde Menschen winkten uns zu , Autos hupten, ein paar Menschen erzählten uns ihre persönliche Trabi-Geschichte und nicht wenige wollten ein Foto von dem liebenswerten Gefährt machen. Keine Frage: Ein Auto, das große Emotionen auslöst. Die Infos und Anmeldung für eine eTrabi-Tour findet ihr hier.

La Grange Festival in Bergen

Noch nie von La Grange gehört? Und überhaupt, wie spricht man das aus? La Grange ist ein Kleinkunst-Musikfestival in Bergen auf Rügen und hat sich die Entdeckung und Förderung von innovativ künstlerischen Potentialen der Region auf die Fahnen geschrieben. Es findet mehrmals im Jahr statt und zeigt zusätzlich zu den Partys Ausstellungen, Workshops, Konzerte, Diskussionen und audio-visuelle Performances.

Festival La Grange Rügen © TMV/happybackpacker.de

Festival La Grange Rügen © TMV/happybackpacker.de

Das alte abgelegene Fabrikgelände erinnerte eher an coole Berliner Clubs mit seinem heruntergekommen, scheinbar verwahrlosten Flair aus alten Möbeln und experimenteller Kunst als an die heile Kurwelt, die man von der Ostsee erwartet. „Urbane Aspekte werden mit der Provinz und Kunst mit elektronischer Musik gekoppelt,“ wie es die Veranstalter nennen. So wurden Künstler, Designer und DJs aus Berlin, Frankreich, Slowenien und den Niederlanden eingeladen und bildeten in Bergen einen „Open Space“ für Alle.

Dabei soll La Grange ein Ort sein, der allen offen steht. Ich sollte selber aktiv werden, an Workshops teilnehmen, mir Gedanken machen, Möbel gestalten zum Beispiel. Da es schon spätabends war, reichte es mir jedoch, Kunst an ungewöhnlichen Orten zu erleben und zu den Beats abzutanzen als gäbe es kein Morgen. Allerdings fiel mir auf, dass auch nachts um zwei Uhr die Dancefloors relativ leer waren. Die große Schaukel unter psychodelischem Licht wippte verlassen zu den Beats, und ich hatte genug Platz, um nach ein paar Gin Tonics auf der Tanzfläche herumzuhüpfen ohne anzuecken. Vielleicht lag es aber auch an der abgelegenen Location, die im Dunkeln schwer zu finden war. La Grange Kunst, Musik & Multimedia

Stand Up Paddle Boarding auf der Ostsee

Stand Up Paddle surfen ist die nicht mehr ganz so neue Trendsportart aus Hawaii. Als ich das zum ersten Mal vor vielen Jahren in Australien gesehen hatte, wunderte ich mich noch, was das bringen sollte. Heutzutage gerade an Orten ohne Wellen, stehe ich total aufs SUPen, um im Training zu bleiben.

SUP © TMV/happybackpacker.de

SUP © TMV/happybackpacker.de

In Göhren lieh ich mir ein Board aus und cruiste ein wenig auf der glasklaren See entlang. Ab und zu ließ ich mich in das kühle Wasser plumpsen, um mich abzukühlen und genoss die
Stille weit draußen und vor allen Dingen weit weg vom Strand.

Wer es sportlich mag – Cross Fit

Mein absolutes Highlight war das CrossFit Training am Strand von Göhren. Meerblick inklusive. Neben den Wassersportarten Kitesurfen und Windsurfen eine ideale Ergänzung, um fit zu werden. Dazu gesellte ich mich zu einer Gruppe von zehn Fitnessfreaks, die sich von den tropisch-heißen Temperaturen um die 33 Grad nicht abschrecken ließen, an ihrem sexy Körper zu arbeiten. Der Trainingsleiter Silvio ließ uns in einem Kreis auf stellen und anfangs mussten wir zur Erwärmung nur die Arme kreisen. Piece of cake, dachte ich da noch selbstgefällig

Fitnesskurs Pro Boarding © TMV/happybackpacker.de

Fitnesskurs Pro Boarding © TMV/happybackpacker.de

Dann fing der Spaß an: Zirkeltraining at ist best. Wir schleppten LKW-Autoreifen, hüpften Seil im Sand, Liegestütze und Hockstrecksprünge. Eine Stunde gnadenloser Drill im feinen Sand. Immer wieder schielte ich sehnsüchtig auf die Ostsee, die Abkühlung meiner müden Muskeln versprach. Und fragte mich, ob es den anderen auch so erging, die sich stöhnend von Gerät zu Gerät schleppten. Aber niemand von uns wollte sich die Blöße geben, aufzuhören.
Als das erlösende Trainingsende anstand, stürzten wir uns wie die ersten Menschen in die kalten Fluten und kühlten uns ab. Geiles Training bis an die Schmerzgrenze und ideal, um die vielen Fischbrötchen abzutrainieren.
SUP sowie CrossFit beim ProBoarding Rügen

Und natürlich die weißen Traumstrände

SUP ©TMV/ happybackpacker.de

SUP ©TMV/ happybackpacker.de

Oder wie dieser hier an der Schaabe:

Rügen Impressionen © TMV/ happybackpacker.de

Rügen Impressionen © TMV/ happybackpacker.de

Intensive Sonnenuntergänge wie dieser hier:

Sonnenuntergang Ummanz © TMV/happybackpacker.de

Sonnenuntergang Ummanz © TMV/happybackpacker.de

Ich weiß nicht, ob es mich immer wieder an die Ostsee zieht, weil meine Eltern so einen guten Job getan haben, uns als Kinder regelmäßig nach Mecklenburg-Vorpommern zu karren oder doch eher, weil ich in der Stadt nicht richtig durchatmen kann.
Auf jeden Fall tun mir die klare Luft, die Ruhe und die vielen Aktivitäten am Meer gut und ziehen mich magisch an.

Göhren Rügen © TMV/ happybackpacker.de

Göhren Rügen © TMV/ happybackpacker.de

Weitere Impressionen vom Rügen-Wochenende:

Surfhostel Rügen

Surfhostel Ummanz © TMV/happybackpacker.de

Surfhostel Ummanz © TMV/happybackpacker.de

 

Rügen Impressionen © TMV/ happybackpacker.de

Rügen Impressionen © TMV/ happybackpacker.de

Seid ihr reif für die Insel? Welchen Geheimtipp könnt ihr ausplaudern?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


//MVnow