Fishing Wars – Angeln in MV

Fishing Wars ist ein von Victor Eras – „ichgehangeln“ – auf die Beine gestelltes Youtube-Format, bei dem meistens zwei Angler gegeneinander antreten, um herauszufinden welcher der Bessere ist. Victor übernimmt in diesem Format die Rolle des Show-Masters, Schiedsrichters und Quizmasters. Auch andere bekannte Angler nahmen bis dato an diesem spannenden Wettkampf teil, wie zum Beispiel Uli Beyer, Michael Standor, Carsten Zeck und Simon von Flyrus.

Im letzten Jahr kam es erstmals zu einem länderübergreifenden Angel-Battle, in dem Joshi und Maxi zusammen in einem Team gegen zwei englische Angel-Youtuber antraten. Diese beiden Personen waren keine geringeren als Carl und Alex Smith, die wohl bekanntesten Youtuber des Vereinten Königreichs im Angeln.

Treffen am Kölpinsee © TMV/Wolff

Im Oktober letzten Jahres kam es endlich zu einem erneuten Wettkampf am Wasser. Der Austragungsort wurde dieses Mal von Victor ausgewählt und war der Kölpinsee im schönen Mecklenburg-Vorpommern. Da dieses Gewässer schwierig vom Ufer zu befischen ist, organisierte Show-Master Victor einen lokalen Angelguide samt Boot. Die Wahl des Angelguides fiel Victor extrem leicht, da es wohl kaum einen Angler gibt, der dieses Gewässer so gut kennt wie Edmond Prey.

Vorbereitung und Bootscharter für das Angeln

Wie der Zufall es so wollte, bietet Edmond, auch Eddy genannt, seine Touren von einem Angelkutter namens MS Wolldüp, auf dem ca. 10 Personen Platz finden, an. Zur Unterstützung holte sich Victor keinen geringeren Assistenten als David Wenzel (Angeln like a Boss) an Bord. Um sich voll und ganz auf das Moderieren zu konzentrieren, kam sein Kameramann Konni zur Unterstützung ebenfalls mit.

Mit „Wolldüp“ unterwegs © TMV/Wolff

An einem verregneten und kühlen Morgen sollte es dann auch schon los gehen. Nachdem sich alle vorgestellt hatten, die Regeln verkündet wurden und eine Einweisung erfolgte, verließ das Boot die Marina Eldenburg. Nach einer halbstündigen Fahrt durch die Eldewasserstraße war der erste Spot des Tages erreicht. Das Ziel der beiden Teams war es, die beiden größten Hechte zu fangen. Dementsprechend montierten sich die Kontrahenten ihre Hechtköder und schärften die Haken.

Die Köderauswahl für den großen Hechtfang © TMV/Wolff

Im Vorfeld spuckten Maxi und Joshi im Interview große Töne und waren äußerst siegessicher. Beide angeln mehrmals wöchentlich auf Hecht und hatten bereits Erfahrungen auf diesem Gewässer. Für die Engländer Carl und Alex war dies allerdings neu. Natürlich hatten sie auch in England und auf ihren diversen Auslandsreisen schon viele Hechte fangen können, allerdings hatten sie keine Erfahrung beim Hechtangeln in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Spannung und Aufregung war in der Luft zu spüren. Laut Eddy waren die Gegebenheiten ideal: Der Wind passte, die Drift war ebenfalls ideal, es war bewölkt und die Wassertemperatur im zweistelligen Plus-Bereich. Der Kölpinsee ist ein sehr flaches Gewässer, welches extrem viel Kraut beinhaltet, dadurch hat der Hecht perfekte Bedingungen sich fortzupflanzen und die Brut perfekte Versteckmöglichkeiten, um nicht gefressen zu werden.

Das Nahrungsangebot ist enorm und die klaren Sichtverhältnisse zum Jagen optimal.

Der Angelwettkampf beginnt

Nachdem der Startschuss fiel, dauerte es nicht lange, bis die ersten Kontakte verzeichnet werden konnten. Attacken auf den Köder, Nachläufer und Drillaussteiger konnten leider nicht verwandelt werden, welches die Motivation allerdings deutlich steigen ließ.

Der erste Hechtfang © TMV/Wolff

Plötzlich kam Hektik auf, der erste Fisch saß und Carl konnte den ersten Fisch seines Bruders Alex keschern. Die Länge des Fisches betrug 47 cm, was nicht wirklich groß war, allerdings zeigte der Fang, dass Carl und Alex die richtige Strategie hatten.

Bei Maxi und Joshi war allerdings der Wurm drin, die beiden hatten Pech und Unglück zugleich. Mehrere Fische verfehlten den Haken, schüttelten sich kurz vor dem Kescher ab, oder schwammen höchst interessiert dem Köder bis zum Boot hinterher.

ein weiterer kleiner Fang © TMV/Wolff

Kurze Zeit später hing der zweite Fisch, dieses Mal allerdings nicht bei Carl und Alex und auch nicht bei Maxi und Joshi. Der Co-Moderator David schnappte sich ebenfalls eine Rute und konnte den zweiten Fisch des Tages landen. Ein kleiner, untermäßiger Hecht schnappte sich Davids Gummifisch, was bestätigte, dass viele Fische am Spot waren. Auch Kapitän Eddy konnte die Finger nicht von seiner Rute lassen und fing ebenfalls einen kleinen Hecht.

Dann war auch endlich Joshis Rute krumm. Nach diversen Fehlbissen blieb endlich ein Fisch hängen. Der Hecht brachte 50 cm auf die Messlatte, dies bedeutete den ersten Führungswechsel. Keine zwei Minuten später war die nächste Rute krumm, dieses Mal bei Alex, auch dieser Hecht war 47 cm lang und somit gab es einen erneuten Führungswechsel (Gesamtlänge von 94 cm).

Diese Führung wurde allerdings durch einen weiteren Hecht, der dieses Mal bei Maxi gebissen hatte, in Gefahr gebracht. Doch der Fisch war nur 40 cm lang.

der Wind lässt nach © TMV/Wolff

Genauso plötzlich, wie sich das Beißfenster öffnete, schloss es sich auch wieder. Der Wind schlief etwas ein und somit auch die Drift, welche zum Hechtangeln sehr wichtig ist. Zwei Stunden vergingen, die hoch konzentriert von beiden Teams befischt wurden.

Alex war der Glückliche, der den nächsten Fisch fangen sollte. Doch dieses Mal gab es etwas mehr Gegenwehr vom anderen Ende der Schnur. Seine leichte Spinnrute bog sich bis ins Handteil und der Fisch leistete starken Widerstand. Nachdem sein Bruder Carl beim Keschern assistierte und der Fisch vermessen war, wurde klar, dass die Engländer ihre Führung ausbauen konnten. Der Hecht war 60 cm lang und somit der erste vernünftige Fang des Tages.

Jetzt wurde es ernst beim Angeln – ist das deutsche Team noch zu retten?

Die Kontrahenten Maxi und Joshi ließen sich jedoch nicht beeindrucken und waren immer noch siegessicher.

Allerdings wurden die Gegebenheiten mittlerweile immer schlechter. Eddy sprach kurzzeitig vom kleinen Kölpi-Tod, denn die Drift war von 1 km/h auf 0.3 km/h gesunken. Die Engländer ließen sich jedoch nicht von dieser Nachricht beeinflussen und angelten konzentriert weiter, was auch belohnt wurde.

Der erste Barsch an der Angel © TMV/Wolff

Alex konnte mit seinem fürs Hechtangeln sehr kleinen Gummifisch (7 cm) einen kleinen Hecht und einen Barsch überlisten, welche jedoch nicht für die Wertung relevant waren. Dieser 7 cm Köder war wohl der Schlüssel zum Erfolg.

Kaum war der Barsch zurückgesetzt, war seine Rute schon wieder krumm. Nach einem kurzen aber knackigen Drill zeigte sich der schöne Esox (lat. Hecht) in seiner vollen Pracht und verhalf den Engländern zum erneuten Ausbau ihrer Führung.

Die Siegerehrung des Angel-Wettkampfes auf dem Kölpinsee

Langsam war bei Maxi und Joshi Ratlosigkeit in den Gesichtern zu erkennen. Die zwei stellten sich die Frage, warum ihre Köder ignoriert wurden und die Hechte erstaunlicherweise nur auf den Köder von Alex reagierten. Selbst Eddy war überrascht, dass ausschließlich Alex Fische fängt. Vielleicht lag es daran, dass die Hechte momentan hauptsächlich Beute in der Größe des Köders von Alex zu sich nahmen und deswegen nur auf diese spezielle Größe reagierten.

Erneut waren innerhalb weniger Minuten die Ruten der Engländer krumm. Dieses Mal nicht nur bei Alex, sondern auch bei Carl. Wieder konnten die beiden ihre Führung mit einem Fisch in einer Länge von 61 cm ausbauen.

Der Hechtfang des Tages © TMV/Wolff

Nachdem Victor die letzte Viertelstunde einläutete, waren Maxi und Joshi noch einmal höchst motiviert das Blatt zu wenden. Genau acht Minuten vor Schluss rief Maxi „Fisch“, jedoch konnte der kleine, untermaßige Hecht keine Verbesserung mit sich bringen. Victor motivierte die beiden noch einmal, indem er Maxi und Joshi vorrechnete, welche Fische zum Sieg fehlen würden. Trotz alledem konnte kein weiterer Fisch gefangen werden und die Engländer hatten den Sieg in der Tasche. Für Maxi und Joshi war die Heimspielniederlage eine große Enttäuschung, denn beide hatten sich deutlich mehr von dem Tag erhofft. Jedoch gaben sie sich am Ende als gute Verlierer und bereuten es, im Vorfeld große Töne gespuckt zu haben.

Hochmut kommt vor dem Fall!

Spannnung auf dem Kutter © TMV/Wolff

Der Assistent David hatte am Ende die Ehre, die Gewinner des Fishing-Wars Battels im Ring-Richter-Stil zu verkünden.

Das Wichtigste hatten jedoch alle – Spaß!

Und der Gewinner steht fest © TMV/Wolff

Es wurde viel gelacht, der ganze Tag wurde an der frischen Luft verbracht und die Natur wurde in vollen Zügen genossen.  Wer Natur und Angeln liebt, und natürlich einen Angelschein hat, der ist auf und an den Gewässern der Müritzfischer in Mecklenburg-Vorpommern richtig aufgehoben. In diesem Sinne Petri Heil.

Mehr zum Angeln mit und ohne Angelschein

Blog-Leser fanden auch folgende Beiträge interessant:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.