Sarah schrieb am 9. Oktober 2017

Action auf Rügen – Ironman 70.3

Kaum zu halten, mit Vorfreude und Strahlen in den Augen zog unsere sportbegeisterte, nein mehr noch …. ironmanbegeisterte und selbst Triathletin, Caren am 09. September Richtung Rügen los, um beim Ironman 70.3 live dabei zu sein. Natürlich will sie euch auch daran teilhaben lassen und berichtet!

Binz mal anders

„Wer das Ostseebad Binz kennt, der weiß, dass es dort im September beschaulich zugeht. Nach den Sommerferien trifft man auf etwas älteres Publikum und ein bisschen Ruhe nach der Saison mit spätsommerlichem Flair kehrt ein. Ganz anders ist das seit vier Jahren am Ironman Wochenende. Plötzlich ist der Ort voll mit hunderten Triathleten und ihren sportbegeisterten Freunden und Verwandten, die zum Anfeuern mitkommen. Auf einmal liegt Muskelspannung in der Luft und es herrscht angenehme Aufregung am letzten Tag vor dem Rennen. Der ganze Ort verwandelt sich in eine große Arena, die Straßen auf Rügen sind voller Rennradfahrer und es wird fleißig in der Ostsee geschwommen.

Bundesliga: Schwimmstart © TMV/Caren Bakker

Bundesliga: Schwimmstart © TMV/Caren Bakker

Auch dieses Jahr war das bei der vierten Auflage des Strandräuber Ironman 70.3 Rügen so. Nach bombastischem Wetter im letzten Jahr und weltweit der besten Bewertung als Ironman 70.3 Rennen fanden extra viele Athleten den Weg auf die Insel. 1400 gemeldete Einzelstarter, 120 Staffeln und ein extrem hochkarätig besetztes Profiathletenfeld sowohl bei den Damen als auch den Herren versprach ein Triathlonwochenende der Extraklasse. Und dann war da ja am Vortag des Ironman auch noch das Finale der Triathlon Bundesliga, der höchsten nationalen Rennserie, mit 14 Damen- und 16 Herrenteams á 4 Startern. Somit schlug das deutsche Triathlonherz an diesem Wochenende ganz klar auf Rügen im Ostseebad Binz!

Bundesliga: Wechselzone © TMV/Caren Bakker

Bundesliga: Wechselzone © TMV/Caren Bakker

Aber der Ironman auf Rügen wäre ja nicht der Ironman auf Rügen, wenn es nicht noch mal eine kleine Wetterkapriole gäbe. Nach zwei Jahren mäßigem Wetter und Karibikflair im letzten Jahr gab es dieses Jahr an den Tagen vor dem Rennen wieder raues Ostseewetter – man muss den Athleten ja ein bisschen Angst vorm Schwimmen in der offenen Ostsee machen, die aber trotz kühlen Temperaturen wenigstens spiegelglatt war. So musste dann die deutsche Elite bei den Bundesligarennen auch noch Regen und kühle Temperaturen in Kauf nehmen. Aber die Jungs und Mädels laufen sowieso so am Limit, dass da niemandem kalt wird. Und das Beste: trotz aufkommendem Regen sind alle Zuschauer an der Strecke stehen geblieben und haben die Athleten auf den 750m schwimmen, den 20km Radfahren und dem abschließenden Lauf über 5 km frenetisch angefeuert – auch das ältere Publikum! Eine großartige Stimmung, die für die Sportler super motivierend war und den ganzen Ort zusammenschweißte.

Bundesliga: Radfahren © TMV/Caren Bakker

Bundesliga: Radfahren © TMV/Caren Bakker

Die Weltklasse in Binz

Dann kam Tag 2 des Spektakels: Startschuss für den Ironman 70.3! Und ich bin mir sicher: Petrus ist ein Triathlet. Der Himmel war blau, die Sonne schien, die Ostsee war spiegelglatt, die Athleten strahlten aufgeregt im Vorstartbereich und die Seebrücke sowie der Strand waren zum Start voll mit tausenden Zuschauern. Gänsehaut pur als die Ostsee anfing zu kochen und nach und nach alle Athleten ins Rennen geschickt wurden. Nach den 1,9km in der Ostsee ging es zum ersten Wechsel auf die Räder und dann auf zwei Runden Richtung Bergen und Putbus auf den 90km Radkurs. Anschließend dann erneuter Wechsel und auf 2,5 Runden zum Halbmarathon durch Binz. Die Stimmung war gigantisch, die Laufstrecke ist super kompakt im Ort und die Athleten kommen immer wieder an den Zuschauermassen vorbei. Jubel und Applaus tragen sie dann Richtung Ziel. Besonders am Klünderberg, der mit 11% Steigung von jeder Seite zwei Mal gelaufen werden muss, ist das bitter nötig. Wer denkt die Strecke auf Rügen ist bretteben, der hat weit gefehlt. Auch die Profis mussten hier beißen und so manchen Amateuren stand die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben.

Patrik Lange auf dem Rad © TMV/Caren Bakker

Patrik Lange auf dem Rad © TMV/Caren Bakker

Schließlich schaffte es Patrik Lange, der Drittplatzierte der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii im letzten Jahr, als erster in 3:43:46h ins Ziel. Sein Fazit direkt nach dem Rennen: „Das kommt hier von der Atmosphäre und Stimmung schon nah an Hawaii ran“ – DER RITTERSCHLAG! Hawaii, das ist das Nonplusultra im Triathlon, aber Binz ist eben auch verdammt cool! Bei den Damen machte Anja Beranek, die auf Hawaii im letzten Jahr vierte wurde, das Rennen in 4:16:37h und wurde auch unter frenetischem Jubel im Ziel empfangen. Und auch wenn die Profis dann irgendwann alle im Ziel waren, die Amateure waren da noch einige Zeit unterwegs, immer getragen von der nicht abreißenden Stimmung in Binz. Adrenalin und Endorphine pur. Die persönlichen Momente an der Finishline, die glücklichen Gesichter der einlaufenden Sportler, das sind auch für Zuschauer echte Gänsehautmomente.

Der Sieger der Herren - Patrik Lange © TMV/Caren Bakker

Der Sieger der Herren – Patrik Lange © TMV/Caren Bakker

Also Leute, auch wenn Ihr keine Triathleten seid: Hin da und am 09.09.2018 in Binz auf Rügen Stimmung und Atmosphäre wie auf Hawaii tanken. Wer ein bisschen sportlich ist kann natürlich auch dabei sein, einfach in einer Staffel eine der 3 Disziplinen übernehmen und dann mit zwei Freunden über die Ziellinie laufen und feiern. Den weniger sportlichen Lesern kann ich wärmstens ans Herz legen als Helfer dabei zu sein. So seid Ihr Teil des Events und ganz nah an den Athleten, die Euch im Übrigen mega dankbar sind, dass Ihr Euch engagiert. Aber auch „nur“ zuschauen ist richtig cool. Also… sind wir nicht alle ein bisschen Ironman?

Die Siegerin der Damen Anja Beranek © TMV/Caren Bakker

Die Siegerin der Damen Anja Beranek © TMV/Caren Bakker

Infos und Anmeldung: http://www.ironman.com/de-de/triathlon/events/emea/ironman-70-3/ruegen.aspx

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